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Zebrastreifen

26. Januar 2012

Sie wurden kürzlich auf einem Fussgängerstreifen fast angefahren. Unternehmen Sie jetzt etwas zum Schutz der Fussgänger?

Es geht nicht um mich sondern um uns alle. Und disziplinlos sind gewisse Automobilisten nicht nur bei Fussgängerstreifen sondern auch mit der Geschwindigkeit, bei Kreiseln, mit dicht auffahren etc. Mit verkehrsplanerischen Mitteln ist man da irgendwann am Ende; da helfen – leider – nur noch Kontrollen und Sanktionen. Es gibt aber eine bestechende Idee des Zürcher Architekturprofessors Justus Dahinden – auf die mich eine Einwohnerin aufmerksam machte -, die wir sofort umsetzen sollten. Das heisst der Bund müsste die vorgeschlagene Signalisationsänderung bewilligen.

Dahinden empfiehlt nämlich, die Zebrastreifen um 90 Grad zu drehen. Nicht die Fussgänger sollen durch quer liegende Balken gebremst werden sondern die Autofahrer. Fussgängerstreifen haben einen Aufforderungscharakter. Früher hatten die Fussgänger keinen Vortritt und mussten warten, also wurden sie mit den gelben Balken quasi gestoppt. Heute sind sie vortrittsberechtigt, also muss der Übergang für sie optisch offen sein. Sie können die Strasse auf Längstreifen überqueren, während der Autofahrer vor sich auf der Fahrbahn Querstreifen sieht, die er als psychologische Barriere wahrnimmt und langsamer anfährt. Wenn der Bund diese Idee testen möchte, Kreuzlingen wäre bereit für einen Pilotversuch.

Gut gestartet?

19. Januar 2012

Sind Sie gut gestartet?

Da mir diese Frage in den letzten zwei Wochen am häufigsten gestellt wurde – wie Ihnen vermutlich auch -, muss ich wohl darauf eingehen. Lange darf man darüber aber nicht nachdenken, sonst kommt man ins Grübeln. Denn wodurch unterscheidet sich eigentlich der Januar vom Dezember? Verhält man sich zu Beginn eines neuen Jahres anders oder besonders, jedenfalls so, dass das erhöhte Risiko besteht, ins Stolpern zu geraten und schlecht zu starten? Oder geht man davon aus, dass man über die ruhigen Feiertage so einrostete oder vielmehr einfror, dass man sich beim dynamischen Start ins neue Jahr mit seinen unaufgewärmten Muskeln gleich eine Zerrung holt?
Und doch ist diese Frage (als seltene, nur im Januar anzutreffende Form des täglichen “Wie geht’s?”) sehr sympathisch, weil menschlich und verbindend. Wer mit der rhetorischen Frage nach dem geglückten Start auf jemanden zugeht, möchte einfach nur reden; die Antwort ist ja schon bekannt. Man hatte schlicht noch keine Zeit, etwas falsch zu machen oder gar an etwas zu scheitern. Und selbst wenn – hören oder sagen möchte man es (noch) nicht. Zu den zulässigen negativen Reaktionen zählen höchstens gesundheitliche Probleme, Rutschpartien auf dem Glatteis oder Skiunfälle. Davon bin ich bis dato verschont geblieben, obwohl wir letzte Woche das Schicksal an sechs Tagen intensiven Skifahrens bei Schneefall, Nebel aber auch strahlender Sonne ziemlich herausgefordert haben. Die Antwort lautet somit: Ja! Sie auch?

Wie weiter im Löwenareal?

19. Januar 2012

Der neue “Löwen” hat das Stadtbild verschönert – aber was geht eigentlich im Löwenareal?

Nachdem eine Lösung schon ein paar Mal greifbar nahe war, aber eben nicht spruchreif wurde, ist der Stadtrat mit Hoffnung machenden Meldungen zur Entwicklung im Löwenareal zurückhaltend geworden. Gleichwohl können wir einen Erfolg vermelden, da es uns gelungen ist, wieder alle vom Gestaltungsplan betroffenen Grundbesitzer an einen Tisch zu holen und zu einem Gestaltungswettbewerb zu motivieren. Die Mitte Dezember von den eingeladenen Architekten vorgelegten Zwischenergebnisse sind vielversprechend und weisen endlich die dem zentralen Standort angemessene städtebauliche Qualität auf. Auf jeden Fall konnte der neue Hauptinvestor einen Eindruck gewinnen, was an dieser Lage zwischen dem Alterszentrum, das ebenfalls einen Neubau plant, und der Löwenstrasse möglich ist. Dabei war es uns wichtig, dass die Architekten den Sallmannschen Park angemessen berücksichtigen und in die Anordnung der Baukörper miteinbeziehen. Ende Februar wird das Siegerprojekt des Wettbewerbs ermittelt, das wiederum Grundlage für die Überarbeitung des Gestaltungsplanes sein wird. Die Realisierung der gemeinsam geplanten Überbauung wird dann etappenweise erfolgen, je nach den Vorstellungen der einzelnen privaten Grundbesitzer und Investoren.

Frage der Woche

19. Januar 2012

Genau 203 Kolumnen hat Ihr Stadtammann bis jetzt für Sie geschrieben. Dabei wählte er das Thema jeweils frei, mehr oder weniger so, wie er es früher während rund 17 Jahren mit seinen wöchentlichen Leitartikeln in den Zeitungen getan hatte. Verbreitete er damals in der “Thurgauer Zeitung” seine persönlichen “ANsichten”, tut er dies in den “STAndpunkten” ganz im Dienste seiner öffentlichen Funktion als STAdtammann. Was ein Chefredaktor schreibt, ist wenig relevant. Der Standpunkt eines gewählten Stadtpräsidenten hat jedoch Folgen und soll deshalb den Einwohnern bekannt sein. Damit ist er für sie greifbarer – auch angreifbarer. Denn alles, was schwarz auf weiss geschrieben steht, kann gegen den Autor verwendet werden.
Im neuen Jahr nun möchte Ihr Stadtammann die Form seiner Kolumne ändern und sich die Themen von Ihnen, also den Einwohnern Kreuzlingens vorgeben lassen. Auf Fragen, die an ihn herangetragen werden, werden an dieser Stelle künftig “STAntworten” zu lesen sein. Diese werden weiterhin mit seiner Funktion und auf die Haltung des Stadtrats abgestimmt sein. Wenn Sie also Fragen an den Stadtammann oder den ganzen Stadtrat haben, dann lassen Sie es ihn wissen. Die Namen der Fragenden werden jedoch nicht veröffentlicht. Übersteigt die Zahl der Fragen diejenige der Wochen, muss eine Auswahl getroffen werden. Und wie üblich werden die Fragesteller von behördlichen Antworten wohl oft nur “teilweise befriedigt” sein. Versuchen wir es trotzdem!

Jahres(w)ende

29. Dezember 2011

Am Ende des Jahres blickt Ihr Stadtammann jeweils schreibend auf das Jahr zurück. Er beantwortet entsprechende Fragen der Zeitungen und verfasst den “Hirtenbrief” an seine Mitarbeitenden in der Stadtverwaltung, die letzte Kolumne des Jahres sowie seine Beiträge zum Jahresbericht der Stadt. 2011 wurde so viel gearbeitet, das heisst begonnen, weitergeführt und abgeschlossen, dass es schwer fällt, sich an alles zu erinnern. Auch ist ein Kalenderjahr, also die Spanne von 365 Tagen für eine Stadtverwaltung eigentlich kein Mass. Die Monate gehen ineinander über, und nur die fühlbaren Jahreszeiten – aber heute nicht einmal mehr die – zeigen an, wo wir im Jahr stehen.

Nun denn, es ist einiges passiert: vom Ausländeranteil bis zur Zentrumsentwicklung, vom “Boulevard” bis zum “Xentrum”, vom grenzüberschreitenden Agglomerationsprogramm bis zum kommunalen Richtplan, vom guten Rechnungsabschluss 2011 bis zum sehr deutlich angenommenen Budget 2012, von der Grundsteinlegung für das Jugendhaus bis zum Abbruch des Pavillons “Fischerhaus”, vom doppelten Nein des Volkes zu Kauf und Auszonung der Schlosswiese bis zum doppelten Ja des Gemeinderats zu Planungskredit und Standort des neuen Stadthauses, von den TV-Shows in der Bodensee-Arena bis zu den erfolgreichen Wasser-, Volley-, Hand- und Fussballern – und nicht zu vergessen die Wahlen für den Gemeinderat und Stadtrat, bei denen Sie, liebe Stimmberechtigte, die Weichen für die nächsten vier Jahre gestellt und Vertrauen geschenkt haben.

Ein gutes neues Jahr wünscht Ihnen

Ihr Stadtammann Andreas Netzle

Geschenkte Zeit (5)

22. Dezember 2011

Noch einmal beschäftige ich mich in der Weihnachtskolumne mit Aspekten von “Geschenkter Zeit”, zu der mich der Titel einer Sammlung von Kolumnen meiner Grossmutter inspirierte. Man kann einer Person seine eigene Zeit schenken oder jemandem dessen Zeit lassen, was für diesen oft auch als Geschenk wirkt. Nicht selten ist man aber versucht, vor lauter Beschäftigung und Verpflichtungen, sich die Zeit, die einem niemand schenkt, ganz einfach zu nehmen. Mehr Zeit als üblich für etwas einzusetzen, braucht Mut und Vertrauen in seine Leistungsfähigkeit, die für eine bestimmte Sache im Übermass eingesetzte Zeit wieder aufzuholen.
Scheinbar vergeudete Zeit kann sich ebenso als ein Geschenk erweisen wie Wartezeit, die ebenfalls als “verloren” gilt. Denn nicht selten sieht oder denkt man in erzwungenen Pausen Dinge, die uns nicht auf- oder einfallen, wenn wir in ein dichtes Tagesprogramm eingebunden sind. Fahren deshalb so viele Automobilisten regelmässig und wie absichtlich in einen Stau, um sich von den anderen die Zeit aufzwingen – oder eben schenken – zu lassen, die man sich sonst nicht zu nehmen wagt? Mit dem Bild vom Stau als grosser Schenkkreis der Zeit verlasse ich das Thema – nicht ohne darauf hinzuweisen, dass Ihnen die Stadtverwaltung auch dieses Jahr Zeit schenkt: nämlich am Servicetag vom 27. Dezember, an dem die Schalter geöffnet und wir für Sie da sind.

Humanitäre Tradition

15. Dezember 2011

Wussten Sie, dass in Kreuzlingen nach dem zweiten Weltkrieg “bis Ende Februar 1949 über 100’000 Flüchtlingen und Rückwanderern aus aller Welt die Erste Hilfe gereicht” wurde? Das und viele Einzelheiten zum humanitären Engagement der Kreuzlinger Bevölkerung kann man im Buch “Trotz Stacheldraht” lesen, das der damalige Bezirksstatthalter Otto Raggenbass 1964 verfasst hatte. Ich habe das Buch aus dem Nachlass eines Onkels erhalten, der damals selber als Pfadfinder in Kreuzlingen eingesetzt wurde und die in Lastwagen und Eisenbahnwagons eintreffenden verletzten, kranken oder unterernährten Menschen versorgen half. Diese Erfahrung hat ihn für das ganze Leben geprägt.
Kreuzlingen hat also eine humanitäre Tradition, die mit dem Empfangszentrum für Asylbewerber bis heute fortlebt. Allerdings wird die Akzeptanz dieser Einrichtung wegen dem Verhalten einer bestimmten Gruppe von Asylbewerbern zurzeit auf die Probe gestellt. Sie missbrauchen sowohl den Asylbewerberstatus als auch die Gastfreundschaft unserer Bevölkerung. Der dafür zuständige Bund ist deshalb dringend aufgerufen, für solche Leute wirkungsvollere Massnahmen zu ergreifen oder spezielle Einrichtungen zu schaffen. Weder das Quartier noch die ganze Stadt sollen darunter leiden, weil man dieses akute Problem dezentral lösen will – und wir hier weit weg von Bern sind.

Bezaubernd

08. Dezember 2011

Zufall, aber interessant: Die ersten Weihnachtsmärkte in Kreuzlingen präsentierten sich am letzten Wochenende an den äussersten Rändern unserer Stadt. Christian Erni öffnete seine wunderschöne Gartenarena an der Grenze zu Bottighofen und zeigte mit sieben weiteren Ausstellern Köstlichkeiten und Geschenkideen. Ebenfalls am letzten Wochenende gab es einen Weihnachtsmarkt im äussersten Westen. Die Besitzer der Brunnegg und des Girsbergs organisierten gemeinsam den kleinen aber feinen “Weihnachtszauber” drinnen und draussen. Von weither kamen die Besucher angereist, so etwa der Gemeindeammann von Güttingen, der östlichsten Gemeinde unseres Bezirks.
Mit den beiden anstehenden verkaufsoffenen Sonntagen kommt der Weihnachtsmarkt auch ins Stadtzentrum. Der “Schtärnezauber” soll die Kundinnen und Kunden im Boulevard und in der Löwenstrasse verzaubern und das Einkaufen zu einem Erlebnis machen. Die Vereinigung “Poschte und gnüsse in Chrüzlinge” (PiC) hat sich grosse Mühe gegeben, etwas Attraktives auf die Beine zu stellen. Auch die Geschäfte werden sich etwas Besonderes einfallen lassen, um die in diesem Jahr besonders mobile – und leider auch etwas untreue – Kundschaft anzusprechen. Lassen Sie sich in Kreuzlingen verwöhnen und überraschen!

P.S. Welche Musikformation wünschte sich der neue Nationalratspräsident Hansjörg Walter für seine Feier in der Kantonshauptstadt? Richtig: Die Jugendmusik Kreuzlingen.

Impulse für das Zentrum

01. Dezember 2011

“Xentrum” ist kein Schreibfehler, sondern eine einprägsame Marke für die Gestaltung des Zentrums von X-lingen. Das vor zwei Wochen via Medien vorgestellte Investitionsprogramm umfasst das neue Stadthaus, den erweiterten Bushof Bärenplatz, die Gestaltung und Tiefgarage Festwiese sowie eine neue Schwimmhalle. Wie versprochen hat der Stadtrat in diesem Jahr den optimalen Standort für das zentrale Verwaltungsgebäude definiert und in einer Botschaft dem Gemeinderat vorgelegt. Dieser wird am 15. Dezember über die Platzierung im mittleren Dreispitzpark diskutieren und sie hoffentlich ebenfalls gutheissen. Dass es ein neues Stadthaus braucht, davon kann sich jeder selber überzeugen. Schon vor über zwanzig Jahren bewilligte der Gemeinderat den Planungskredit. Jetzt ist der Bau überfällig und im Interesse der Bevölkerung bald zu realisieren.
Der Stadtrat wird nächste Woche alle Unterlagen im Internet veröffentlichen, die auch den Medien und dem Gemeinderat präsentiert wurden. So kann sich die Bevölkerung ein Bild von unseren Vorstellungen machen und die Argumente nachvollziehen. Es soll eine breite, möglichst sachliche und konstruktive Diskussion entstehen, an deren Ende mutige, zukunftsweisende Entscheidungen stehen. “Xentrum” klingt auch nach einem stärkenden Aufbaupräparat. In der Tat ist es ein gerade in dieser Zeit wichtiger Impulsgeber oder Vitaminschub für das Zentrum und für unsere ganze Stadt.

Apfent

24. November 2011

Heuer kam der Advent rasch und unvermittelt. Wir erlebten einen schönen, milden Herbst mit wenigen Niederschlägen. Das typische nasskalte Herbstwetter wollte sich einfach nicht einstellen. Erst die Kaufhäuser, die mit ihren Adventsdekorationen jeweils als erste (und etwas gar früh) aus den Startlöchern springen, erinnern uns daran, dass bald Weihnachten ist und das Jahr zu Ende geht. Ziehen dann auch die übrigen Geschäfte nach und montiert auch die Stadt die Adventsbeleuchtung, dann ist es Zeit, sich mit Weihnachten zu beschäftigen. Und das heisst für Erwachsene wie Kinder, sich Gedanken darüber zu machen, was man wem schenkt, was man sich selber wünscht – und was man bis Ende Jahr neben dem Einkauf der Geschenke noch zu erledigen hat.
Der Advent wird zum gnadenlosen Countdown, der Besinnung kaum mehr zulässt. Aus Weihnachtsessen mit Firmenabteilungen oder Vereinsvorständen werden Jahresessen, damit man sie aus Terminnot auch in den Januar verschieben kann. Aus Weihnachtskarten werden Neujahrskarten mit profanerem Inhalt. Statt Gottes Segen wünschen wir uns gegenseitig Kraft und Energie – oder Möglichkeiten der Entspannung – für das kommende Jahr, das unausweichlich so ausgefüllt und streng wird wie das zu Ende gehende. Um der jährlichen Hektik vorzubeugen noch ein Tipp: Prüfen Sie das reiche Angebot der Kreuzlinger Läden. Sie werden fündig und sparen Zeit.